EU verschärft Regeln für importierte Recyclingkunststoffe (2026)
Datum: 16. Januar 2026
Die EU bereitet strengere Dokumentationspflichten, eine stärkere Zollverfolgung und mehr Kontrollen für importierte Recyclingkunststoffe vor. Ziel ist es, die Marktintegrität zu sichern und Fehlangaben zu reduzieren, bei denen Virgin-Kunststoffe als recycelt deklariert werden.
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Warum jetzt? Europas Recyclingkapazität gerät unter Druck
2025 haben sich Anzeichen von Anlagenstilllegungen verstärkt. Hohe Energiekosten und günstige Importe belasten die EU-Recyclingkapazität und gefährden die Ziele der Kreislaufwirtschaft.
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Kernproblem: Virgin-Kunststoff kann als „recycelt“ deklariert werden
Ein zentrales Risiko ist die falsche Deklaration von Importen. Wenn Virgin-Material als recycelt ausgewiesen wird, sinkt die Nachfrage nach tatsächlich recyceltem Material aus EU-Anlagen.
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Was ändert sich 2026? Rückverfolgbarkeit im Mittelpunkt
1) Strengere Dokumentations- und Nachweispflichten
- Umfangreichere Belege zur Herkunft als Recyclingmaterial
- Klare Nachverfolgbarkeit des angegebenen Rezyklatanteils
2) Stärkere Zollverfolgung und separate Codes
- Getrennte Zollcodes für Virgin- und Recyclingkunststoffe
- Ausbau der Zolldaten-Infrastruktur zur Erkennung von Fehlangaben
3) Mehr Audits und Laborkontrollen
- Audits von Betrieben, die den EU-Markt beliefern (EU und Drittstaaten)
- Ausbau der Laborkapazität zur Verifizierung
4) Importüberwachung 2026 und mögliche Handelsmaßnahmen
- Taskforce zur Überwachung der Importe im Jahr 2026
- Bei Bedarf zusätzliche Abgaben oder Beschränkungen
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Druck aus Mitgliedstaaten: Forderung nach härteren Maßnahmen
Mehrere Mitgliedstaaten sehen durch günstige, niedrigqualitative Importe den Markt verzerrt und fordern strengere Schritte zum Schutz der EU-Recyclingindustrie.
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Was bedeutet das für Unternehmen? „Dokumentation + Rückverfolgbarkeit + Verifizierung“ als neuer Standard
Wer recycelte Kunststoffe (Granulat, Flakes etc.) in die EU liefert, muss 2026 stärker auf folgende Punkte achten:
1) Dossier-Ansatz (Evidence Pack)
- Herkunft, Prozessbeschreibung, Qualitätsnachweise
- Chargen-/Lot-basierte Rückverfolgbarkeit
- Audit-Trail zur Stützung der Recycling-Claims
2) Zoll-Compliance
- Präzise Produktklassifizierung (Fehlcodierung vermeiden)
- Konsistente Recycling-Claims in Exportdokumenten
3) Labor-/Verifizierungsbereitschaft
- Drittprüfungen bei Bedarf vorbereiten
- Standardisierte Nachweispakete für Kundenanfragen
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Was PierCompliance bietet
Wir unterstützen Lieferketten für Recyclingkunststoffe mit Fokus auf Marktzugang, Verifizierbarkeit und Zoll-Compliance:
- Evidence-Pack für „recycled content“-Claims
- Traceability- und Dokumentationsvorlagen (Charge/Lot, Lieferant, Prozess)
- Risikoanalyse zu Zollcodes/Produktbeschreibung
- Audit-ready Checklisten für Kundenprüfungen
- Vertragsklauseln zur Reduktion von Falschdeklarationsrisiken
CTA: Bereiten Sie Ihre Recycling-Claims für 2026 vor → /contact
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Mini FAQ
1) Warum will die EU separate Zollcodes?
Um Virgin- und Recyclingströme transparenter zu verfolgen und Fehlangaben schneller zu erkennen.
2) Was bedeutet „Nachweispflicht“ konkret?
Prozessdokumentation, Rückverfolgbarkeitsdaten und Verifizierungsnachweise.
3) Was ist 2026 das größte Risiko?
Recycling-Claims ohne belastbare Belege – mit Ablehnung, Auditlast und Reputationsrisiko.
4) Was sollten wir jetzt tun?
Rückverfolgbarkeit standardisieren, Evidence-Pack aufbauen und Zoll-/Dokumenten-Disziplin stärken.